Die Stadt München feiert jedes Jahr Mitte Juni den Geburtstag der Stadtgründung. Anfang der 90er Jahre hatte der ehemalige Obermeister der Raumausstatter- und Sattlerinnung, Herr Rudi Heibl anlässlich dieser Geburtstagsfeier die Idee, das Münchner Handwerk mit lebenden Werkstätten darzustellen. Die Zimmerer-Innung München nahm diesen Anstoß auf und konzipierte ein mittelalterliches Dorf mit Fachwerkhäusern in ausgeklügelter Modulbauweise, welche von den teilnehmenden Innungen erworben und relativ einfach aufgestellt werden kann. Gefertigt wurden die Fachwerkhäuser in überbetrieblichen Auszur Großansichtungsstätten für Zimmerer. Auf den zur Großansichtern ist sowohl der Auf- und Abbau, als auch das rege Treiben während der beiden Aktionstage, am Samstag und Sonntag zu sehen.
Das Fachwerkhaus der Handwerkskammer für München und Oberbayern besitzt zusätzlich einen Dachreiter mit einer Zwiebel. Diese Zwiebel wurde vor einigen Jahren als zentrale Mittelattraktion von den Zimmerern gefertigt und von den Spenglern verblecht. Die Steinmetze helfen jedes Jahr bei der Montage der Zwiebel mit Hilfe eines Ladekrans.
Als diesjährige, zentrale Gemeinschaftsaktion des Handwerkerdorfes wurde über den Bayerischen Rundfunk ein großer Gartenpavillon verschenkt, welcher einer sozialen Einrichtung im Altenpflegebereich zukommen sollte. Dieses Glück hatte die Gemeinde Rott am Inn, welche im Ortskern unweit der schönen Kirche ein neues Zentrum für betreutes Wohnen besitzt. Der Pavillon wurde während des Stadtgründungsfestes, vor den Augen der Besucher soweit gefertigt, dass es noch möglich war, ihn für den Transport wieder zerlegen zu können.
Das Haus der Zimmerer-Innung München ist von weitem am geschmückten Richtfestbaum auf dem Dachstuhl zu erkennen.
Bei strahlendem Sonnenschein war der Odeonsplatz mit dem Handwerkerdorf stets gut besucht.
Es ist ein Erlebnis der besonderen Art, an einem lauen Sommerabend, im Lichterschein der angestrahlten Theatinerkirche das vielfältige Angebot des Handwerkerdorfes und der Gastronomie zu genießen.
Nach einem ereignisreichen Wochenende bei bestem Sommerwetter wird das Dorf innerhalb einiger Stunden wieder abgebaut und die Fachwerkhäuser bei den einzelnen Innungen eingelagert.