Unser Motto 2018: |Zimmerer – mehr als ein Beruf

In den zurückliegenden Jahren hat sich das Zimmererhandwerk stark entwickelt. Neben einer Vielzahl neuer Holzprodukte und Baumaterialien haben sich technisch hochwertige Maschinen und Fertigungsmethoden etabliert. Aber noch wichtiger: Die langjährigen Mitarbeiter bleiben den Betrieben treu und junge Menschen wenden sich vermehrt dem Holzbau zu. Woran liegt das?

 

Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, müssen wir uns die Arbeitswelt außerhalb des Handwerks ansehen: Arbeiten im Takt einer Maschine, permanente Produktivitätserhöhung, Leistungsdruck und Überwachung prägen die industrielle Beschäftigung zunehmend – verstärkt durch die Digitalisierung, sowohl in der Produktion als auch in der Verwaltung. Die Beschäftigten fühlen sich wie in einem Hamsterrad und wie eine austauschbare Nummer. Arbeiten wird als Qual und nicht als Lebensqualität empfunden, der Beruf ist nur mehr ein Job zum Geldverdienen, aber keine „Berufung“. Das Menschsein findet ausschließlich in der Freizeit statt.

 

Man sieht, was man geleistet hat

 

Hiervon hebt sich das Zimmererhandwerk in vielerlei Hinsicht ab: Der natürliche Roh- und Baustoff Holz prägt die Arbeit und die Arbeitenden. Das Herstellen von etwas Sichtbarem, Langlebigem, Hochwertigem und Einzigartigem erzeugt eine tiefe Zufriedenheit. Man sieht, was man geleistet hat, und kann darauf stolz sein. Im Zimmererhandwerk kann jeder mit seinen Talenten, Fähigkeiten, Stärken und entsprechendem Einsatz erfolgreich sein. Das ist verbunden mit dem Wissen, einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz zu leisten. Zudem sind flächendeckend wohnortnahe Arbeitsplätze vorhanden, was lange Pendelzeiten verhindert und die regionalen Strukturen stärkt.

 

Stabile Berufs- und Lebensplanung

 

Das Arbeiten mit Holz bietet also eine erfüllende Berufs- und Lebensplanung, die stabil und dauerhaft und nicht vom Shareholder Value und den Exzessen der Aktienmärkte geprägt ist. Im Zimmererhandwerk kann jeder Mensch seinen individuellen Platz finden und sein Potenzial entfalten. Familienleben wird groß geschrieben und nicht als lästiger Störfaktor betrachtet. Schwächephasen führen nicht zum beruflichen Aus, sondern werden gemeinsam gelöst.

 

Familienbetriebe haben Zukunft

 

Der familiengeführte Zimmereibetrieb ist eine krisensichere Einrichtung mit Zukunft. Immer mehr Menschen erkennen und schätzen dies. Entsprechend haben die Obermeister und Fachgruppenleiter im Oktober 2017 den einstimmigen Beschluss gefasst, künftig diese Stärke des Zimmererhandwerks deutlicher herauszuarbeiten und zu kommunizieren. Als Geschäftsführung unseres Verbandes kommen wir dem gerne nach und werden uns im Jahr 2018 für Sie engagieren!